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Abaca - das vielseitige philippinische Naturprodukt
#1
Durch die Coronakrise ist aktuell die Nachfrage nach Abaca stark gestiegen. Die aus einer speziellen Bananensorte gewonnene Faser kann nämlich auch hervorragend für Gesichtsmasken und zur Herstellung von Schutzkleidung verwendet werden. Hauptanbaugebiet auf den Philippinen ist Bicol, aber auch in anderen Provinzen wird es gewonnen.

Zitat:Almost one-third of the abaca-producing areas are in Bicol, with 52,493 ha planted to the crop—about the same size of the plantations in Central Visayas, Davao, Cotabato and Caraga regions combined.

Vor Jahren hat mir der Großvater meiner Frau ganz stolz seine selbst angebaute Abaca auf seinem Feld in den angrenzenden Bergen gezeigt. Die gewonnenen Fasern hingen auf Leinen zum Trocknen in der Sonne. Anschließend hat er sie dann an Händler verkauft. Jeder von Euch kennt den luftigen, angenehm zu tragenden philippinischen Barong (z. B. gern bei Hochzeiten getragen). Auch seine Fasern sind aus Abaca.

Zitat:Der größte Teil der Faserproduktion wird zu Pulpe verarbeitet, also in Wasser gelöst und für spezielle Zellstoffprodukte wie Papier für Teebeutel, Zigarettenpapier, Wursthüllen, Banknoten (aktuell nur in Japan) und industrielle Filter genutzt. Auch der Manila-Umschlag, ein Briefumschlag für DIN-A4-Formulare mit gelblicher Färbung wie auch der Manila-Anhänger wurden ursprünglich aus Abacá-Zellstoff hergestellt. Aufgrund ihrer Salzwassertoleranz werden die Fasern zudem für die Herstellung von Seilen, Tauen und Fischnetzen verwendet; weiterhin werden Hängematten, Teppiche und Transmissionsriemen aus ihnen gefertigt. In der Automobilindustrie wurde 2005 mit Abacáfasern verstärktes Polypropylen als Alternative zu glasfaserverstärktem Kunststoff in der Produktion der Ersatzradmulde des Mercedes-A-Klasse-Coupés eingesetzt. Aktuell werden weitere Einsatzbereiche für entsprechende Naturfaser-Verbundwerkstoffe gesucht.

Als Koppelprodukt der Fasernutzung werden Enzyme der Pflanze in der Kosmetikindustrie verwendet.

Quelle: Wikipedia

Alle Länder, die Abaca verarbeiten wie England, Spanien, Frankreich, Deutschland, China, Japan und die USA haben aktuell ihre Importe erhöht. Deshalb besteht derzeit ein Angebotsdefizit von 125.000 Tonnen, was der Produktion von etwa 60.000 Hektar Farmland entspricht.

Das ist natürlich positiv für die philippinischen Abacafarmer. Dieses Wirtschaftssegment trägt jährlich 4,7 Milliarden Pesos zur Wirtschaft bei.

Dennoch wird es derzeit auf den Philippinen noch stiefmütterlich behandelt. Die Anbaumethoden sind rudimentär, viel Handarbeit. Technik und Maschinen werden kaum eingesetzt. Was fehlt, sind auch wissenschaftliche Forschungseinrichtungen, wie die Entwicklung von Mitteln gegen Krankheiten der Pflanzen, die die Ernte stark beeinträchtigen können. Der derzeitige Landwirtschaftsminister äußerte sich aktuell, dass er ein Umfeld schaffen will, in dem die Farmer und Hersteller profitieren. Die hohe Nachfrage mag dazu beitragen, dass das dann vielleicht auch tatsächlich realisiert wird.

Inquirer - Demand rises for PH abaca as raw material for PPE

Zur Ergänzung noch ein Video:

YouTube - The Philippine Abaca
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